Die  “Enthüllungen”

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Die  “Enthüllungen” dreier Gemälde von Hess

(d.m.a.) - Die Studien zu den Gedanken und den Werken von Hess, die sich ab 2008 durch junge Forscher- außerhalb der akademischen Kreise- entwickelten, führten zu überraschenden   “Enthüllungen” von Konzepten dreier Gemälde (“Der Wahrsager”, “Suggestion” und “Kopf und Hand”) zu denen die  offizielle Kritik es noch nicht geschafft hatte , eine Entschlüsselung zu finden. Die letzten Eindrücke sind die Frucht von sorgfältigen Studien, bei denen verschiedene  Faktoren berücksichtigt worden sind, ohne  sowohl äußerer Einflüsse als auch historische und spirituelle Erfahrungen des Künstlers, vorzuenthalten und die alle auf seine drei Werke gewirkt haben. Die neuen Interpretationen zeigen doch, wie lebendig das Interesse die menschlichen und künstlerischen Gegebenheiten des Künstlers kennen zu lernen sind und sich weiter über die Internetseite der Vereinigung verbreitet und somit die Aktualität seiner Werke bestätigt.  
 

“Der Wahrsager” biografisches Selbstbildnis


Die wichtigste Enthüllung ist ohne Zweifel die, die  im März 2008 von der, aus Apulien stammenden Forscherin und Essayistin, Cristina Martinelli, nach einem Besuch der Kunstausstellung im Stadtmuseum in Bozen, gemacht worden ist.  Nach dieser Ausstellung hat  sie ihre Studien, auf der Internetseite der Kulturvereinigung Christian Hess vertieft. Unter den Dokumenten die sie im Archiv gefunden hatte, fand sie auch die, die sie in  ihren Vermutungen bestärkten und die sie darauf schließen ließen, dass es sich bei  dem Gemälde “Der Wahrsager” (von 1933) um ein “biografisches Selbstbildnis” von Hess handelt. Auf diesem Werk, steht die zentrale Figur, die dem Maler sehr ähnlich ist, mit dem Rücken zum Meer und drückt seine ganze Melancholie seines Exils in Sizilien, die durch die Umarmung einfacher Personen des Ortes, die ihn umkreisen, erleichtert wird, aus; während er in der Figur eines Wahrsagers, sich über die Zukunft befragt. Eine andere emblematische Besonderheit ist die Tatsache, dass  "der Wahrsager" das weiße Hemd mit roten Strichen der Künstler der Juryfreie  trägt. Was auf die Isolierung der Mitglieder dieser Gruppe hinweist, die von den Nazis verbannt worden sind, nachdem ihre Werke auf einem Scheiterhaufen vor dem Glaspalast in München verbrannt wurden.
 

Messina, Sommer 1933 - Im Haus der Schwester Emma, das in ein Atelier umgewandelt wurde, hat Christian Hess grade sein  “Der Wahrsager” beendet  und posiert neben seinem Gemälde, noch auf dem Gestell, er trägt das Hemd der Juryfreie und eine sizilianische Mütze, wie die zentrale Figur seines Gemäldes. Neben ihm steht die vierjährige Nichte, Luisa. Links sieht man etwas " verschwommen” die Figur von Emma, die eine Rassel schüttelt, um mit der kleinen Tochter Anna zu spielen die sie, auf ihren Knien hält.
 

München 1929 - Künstler der Bewegung Juryfreie, sie tragen das typische, gestreifte Hemd, während eines Karnevalfestes. Christian Hess ist der zweite von rechts, er wird  vom Objektiv eingefangen, während er aus einer Bierflasche trinkt. Zwei Jahre später befinden sich die Künstler der “Juryfreie” unter der Kontrolle der Braunhemden, ihre Bilder werden während des mysteriösen Brandes im Glaspalast in München, zerstört. Die Gruppe wird vom Regime aufgelöst und verbannt.

Essay von Cristina Martinelli
 

“Das Gegengesicht” Gemälde der Seele

 
Nicht weniger wichtig ist die Enthüllung des beunruhigenden Gemäldes von Hess “Kopf und Hand” aus dem Jahr 1932. Grade aus diesem Jahr stammt auch ein Brief des Malers aus München für seine Schwester in Messina. : “Die Zukunftsaussichten sind nicht rosig, weder die politischen noch die wirtschaftlichen". Das Bild wurde von Grund auf, von dem jungen Theologiepfleger Michele Steinfl, Autor einer Essay mit dem Titel “Das Gegengesicht ” analisiert. Der Gelehrte hält diese Gemälde für ein "Portrait der Seele", durch das der deutsche Maler, von seinen inneren Unruhen, Monate kurz vor seinem freiwilligen Exil nach Sizilien, denjenigen erzählt, die ihn befragen. “Das Gegengesicht - sagt Michele Steinfl - ist in der Dunkelheit versunken weil, sokratisch ausgedrückt  “weiß nicht ”… “kennt sich selbst nicht, was er im Innern seines Herzens mit sich trägt, wie einem Ort der Residenz und Unterkunft des Geschaffenen".
 
Essay von Michele Steinfl
 

“Suggestion” und “Die Geburt der Venus”


Von besonderen Interesse ist auch eine andere “Enthüllung” Dank der Wahrnehmung der Dott.ssa  Cristiana Vignatelli-Bruni, sie schloss ihre Studien an der Universität Sapienza in Rom, im Juni 2008 mit einer Doktorarbeit über Cristian Hess ab. Die junge Forscherin, die eine brillante Interpretation von den Hess- Werken liefert, hat entdeckt, dass die Aktzeichnung mit der Benennung    “Suggestion” (aus dem Jahr 1934) eine Reinterpretation des deutschen Künstlers der"Die Geburt der Venus" (1863) von Alexandre Cabanel, ist. " Hess- so notiert die Gelehrte- entzieht der Frau die ursprüngliche Umgebung, um sie in einen, alles andere als natürlichen Hintergrund wieder einzufügen. Somit stellt er die Bedeutung, die der französische Maler dem Bild gegeben hat, auf den Kopf. Während die Venus von Cabanel das technische und formale  Ergebnis der Reinheit der akademischen Maßstäbe im Jahr 1863 entspricht, grenzt die Suggestion mit ihrem Hintergrund ans Abstrakte. Es handelt sich hierbei um eine avantgardistische Reinterpretation, fast siebzig Jahre nach dem klassischen und akademischen Model.

 

 
Die Diplomarbeit von Cristiana Vignatelli Bruni  (pag. 76)